Korfu/Kerkyra:

 

Inselgruppe: Ionische Inseln

Einwohner:   113.000 (2001)

Hauptort:      Korfu

 

Die griechische Insel Korfu oder Kerkyra ist die nördlichte und zweitgrösste der sieben grossen ionischen Inseln. Sie liegt im Ionischen Meer, dem Teil des Mittelmeers an den sich im Norden die Adria anschliesst. Die Insel nähert sich im Norden bis auf zwei Kilometer der albanischen Küste.

Es gibt einen internationalen Flughafen sowie die sogenannte Ionische Universität.

 

Geschichte:

Mythologie:

 

In der griechischen Mythologie ist Korfu die Insel Scheria. Den Namen Kerkyra erhielt die Insel der Sage nach von der Nymphe Gorgyra, die vom Meeresgott Poseidon auf die Insel gebracht wurde.

 

Antike:

 

Griechische Siedler aus Eretria gründeten im 8. Jhd. v. Chr. eine erste Kolonie. Durch die vorteilhafte Lage an der Strasse von Otranto kontrollierte Kerkyra den Zugang in den Westen und zu den Küsten des Adriatischen Meeres.

Karkyra stieg rasch zu einer Seemacht auf. Im Jahr 664 v. Chr. besiegte es die Mutterstadt Korinth in der laut Thukydides ersten Seeschlacht in Griechenland und löste sich damit vo dessen Vorherrschaft.

480 v. Chr. stellte Corfu die zweitgrösste Flotte der Griechen, 60 Schiffe, nahm aber nicht aktiv am Krieg gegen die Perser teil.

Im 4. Jhd. v. Chr. dehnten die Korfioten ihren Einfluss auf das Festland aus. Zeitweise besetzten sie Butrint.

In der Folge des Kriegs der Römer gegen die illyrische Königin Teuta wurde Korfu die erste römische Provinz in Griechenland.

 

Mittelalter:

 

Von 395 an gehörte Korfu zum Oströmischen Reich. Die Insel wurde von den Sarazenen und im 11. Jhd. vom normannischen Herzog Robert Guiscard erobert. In der Folge des 4. Kreuzzugs gelangte Korfu 1204 unter die Herrschaft des Despoten von Epiros. Als Mitgift der Helena von Epirus war die Insel 1258 in den Besitz Manfreds von Sizilien gelangt. Nach den Tod Manfreds hatte 1267 der Ritter Garnier de Aleman die Macht auf Korfu übernommen. Mitte des 14. Jhds. kam die Insel unter den Einfluss der Republik Venedig.

 

Neuzeit:

 

Vom 16. bis zum 18. Jhd. war Korfus Geschichte von den Kriegen mit den Türken geprägt. Im Jahre 1716 wurde die osmanische Belagerung der Inselhauptstadt durch die venezianische Armee unter Johann Matthias von der Schulenburg aufgehoben und damit der letzte türkische Eroberungsversuch der Insel endgültig abgewährt. Nach dem Ende der Republik Venedig nahm Frankreich 1797 die Ionischen Inseln und Korfu als Departement Corcyre in Besitz. Von 1798 bis 1807 war Korfu russisches Protektorat. Danach folgte bis 1814 erneut eine französische Periode. 1815 wurde Korfu Teil der Republik der Ionischen Inseln unter britischen Protektorat. Am 21. Mai 1864 wurde Korfu Teil Griechenlands.

 

Während des Ersten Weltkrieges war Korfu von 1916 bis 1918 Sitz der serbischen Exilregierung, 1917 wurde hier die Deklaration von Korfu über die Gründung des jugoslawischen Staates verabschiedet.

 

Im Zweiten Weltkrieg wurde Korfu-Stadt von den Italienern und später von den deutschen sowie den Alliierten schwer bombadiert und teilweise zerstört