ATHEN
Einwohner:
- 2.664.776 Präfektur Athen (2001)
- 3.799.134 Metropolregion (2007)
- 720.979 Gemeinde (2007)
PLZ: 100
Telefonvorwahl: 210
Kfz.-Kennzeichen: YX, YZ, YA, YB, YE, YH, u.a.
Stadtverwaltung: Od. Athinas 62/Platia, Kotzia, 10552 Athen
Athen ist die Hauptstadt Griechenlands und die bevölkerung-
reichste und flächengrösste Stadt des Landes. Wegen ihres kultur-
ellen Erbes und auch weil sie ein Dreh- und Angelpunkt für den
Verkehr (Hafen Piräus, neuer internationaler Flughafen) zu den
zahllosen griechischen Inseln ist, nimmt Athen einen der oberen
Ränge unter den meist besuchten Metropolen des Kontinents
ein.
Der Überlieferung nach wurde Athen von König Kekrops I.
gegründet. Die Stadt ist seit etwa 5000 Jahren kontinuierlich
besiedelt und damit eine der ältästen Städte Europas.
1985 wurde Athen erste Kulturhauptstadt Europas. In die
Liste des Weltkulturerbe der UNESCO wurde 1987 die
Akropolis und 1990 das Kloster Daphni aufgenommen.
Athen liegt in der weiträumigsten Ebene der Landschaft Attika
mit den Flüssen Ilisos und Kifisos und ist an drei Seiten von
Gebirgszügen umgeben (Hymettos 1026 m, Pentelikon 1107 m,
Parnes 1413 m, Ägaleo 468 m), die vierte Seite öffnet sich zum
Saronischen Golf.
Geschichte:
Die Geschichte der Stadt reicht etwa 7500 Jahre zurück. Um
1300 v. Chr. wurde auf der Aropolis ein mykenischer Palast
errichtet. Die älteste Stadtanlage beschränkte sich auf die
obere Fläche eines nur von Westen her zugänglichen Felshügels.
Später diente er als Burg den militärischen und religiösen Mittel-
punkt Athens. Die Anlage wurde sehr früh eingeebnet und mit
einer starken Mauer umgeben, die mit neun hintereinander
angeordneten Toren (Enneapylai) gesichert wurde.
Den Höhepunkt seines politischen und kulturellen Einflusses
erreichte Athen als Attische Demokratie und Führungsmacht
im attischen Seebund während des 5. und 4. Jhd. v. Chr.
Auch nach der Einverleibung durch das Römische Reich 86 v.
Chr. behielt sie ihren Status als intelektuelles Zentrum. Dies
änderte sich erst im Jahre 529 n. Chr., auf Anweisung des
byzantinischen Kaisers Justinian I.
Erst im 9. Jhd. wurde die Stadt Bischofssitz mit dem Parthenon
als Bischofskirche. Athen wurde im Vierten Kreuzzug (1204)
nach der Einnahme Konstantinopels fränkisches Herzogtum,
nach dem Einfall der Katalanischen Kompanie folgte die Herr-
schaft der Florentiner (1388 und 1402), der Türken (1392),
der Venezianer (1395). Nach dem Fall Konstantinopels 1453
wurde 1456 Athen von den Osmanen unter Sultan Mehmed II.
erobert. Aufgrund mehrerer Zerstörungen sank die Stadt zu
einem unbedeutenden Provinzort herab und hatte 1834, als sie
zur Hauptstadt des neu gegründeten Griechischen Königreichs
erhoben wurde, gerade einmal 4000 Einwohner.
Der Bürgerkrieg in Griechenland 1944-1949 erschüttert auch
die Hauptstadt. Am 3. Dezember 1944 werden bei einer Massen-
demonstration der EAM auf dem Sytagplatz 15 Demonstranten
von der Polizei erschossen.
Auch die erbitterten Auseinandersetzungen der Jahre 1961 bis
1967 zwischen Links und Recht werden auf den Plätzen und in
den Strassen der Hauptstadt mit Demonstrationen ausgetragen.
Am 21. April 1967 war Athen mit den Auffahren von Panzern,
der Verhängung eines Ausgehverbots und Massenverhaftungen
Schauplatz des Staatsstreichs der Obristen, der den Beginn der
siebenjährigen Griechischen Militärdiktatur markierte.
In Athen manifestierte sich aber trotz aller Unterdrückungs-
massnahmen auch der Wiederstand: So nahmen im November
1968 viele Tausende Athener an der Beerdigung von
Giorgos Papandreou teil. Am 17. November 1973 wird der
Aufstand am Polytechnikum blutig niedergeschlagen. Nach dem
Zusammenbruch des Regimes landet in der Nacht zum 24. Juli
1974 Konstantinos Karamanlis in Athen, und noch in der Nacht
als Premierminister vereidigt.
Seit den 1980er Jahren haben viele Ausländer in Athen eine
neue Heimat gefunden (Albaner, Russen, Polen, Phillipinos,
Bangladescher, Nigerianer).
ellinikí dimokratía
